„Abfall ist ein Wertstoff“

Müllbilanz 2017 : GOA macht Gewinn – Probleme mit Vermüllung
  • Weniger wird’s nicht: Vor allem zunehmender Plastikmüll ist ein Problem. Foto: Pixabay

Die GOA macht vier Millionen Euro Überschuss und kündigt im Kreistag ein Konzept gegen Vermüllung an. Zudem haben der Landkreis und die GOA neue Pläne für die Wertstoffhöfe.

Ostalbkreis. 2017 war für die GOA besonders. Erstens hat das Entsorgungsunternehmen mit Sitz in Mögglingen das 25-Jährige gefeiert. Zweitens hat es gut vier Millionen Euro Gewinn gemacht. 1,5 Millionen bleiben im Unternehmen und stehen somit für künftige Investitionen zur Verfügung, wie Geschäftsführer Henry Forster im Kreistag sagte.

Forster erinnerte unter anderem an steigende Löhne und Kraftstoffpreise. Eine Nullrunde bei den Abfallgebühren sei daher wie eine Gebührensenkung. Zur Erinnerung: Nach drei Jahren in Folge hatte der Kreistag im vergangenen Herbst beschlossen, dass die Müllgebühren 2018 stabil bleiben sollen.

Müllsünder und Baustellen bleiben ein Problem

Sorge bereitet Forster die „Vermüllung des öffentlichen Raumes“. Der GOA-Chef kündigte an, ein Gesamtpaket gegen diesen Trend und zur Bekämpfung der Ursachen zu schnüren.

Ein weiteres großes Problem sind Forster zufolge die zahlreichen Baustellen. Viele Straßen würden parallel saniert. „Für eine durchgeplante Abfallentsorgung ist der jetzige Zustand eine Katastrophe.“ Damit nicht genug. Straßen in Wohngebieten seien oft verbaut, zugeparkt und zugewachsen. Eine gefahrlose Müllentsorgung sei da kaum möglich, meinte der GOA-Geschäftsführer.

Dann kam Forster auf die allgemeine Aufregung um den Plastikmüll zu sprechen. Das Grundproblem ist für ihn eine „ausufernde Konsumgesellschaft“. In anderen Worten: Die Herstellung neuer Produkte ist eine größere Belastung als etwa der Verpackungsmüll. Viele Elektrogeräte hätten nur noch eine Lebensdauer von fünf Jahren, sagte Forster. Und die GOA entsorge inzwischen Bauschutt von Häusern, die keine 30 Jahre gestanden seien. Forster frage sich, ob ein gesellschaftliches Umdenken überhaupt möglich ist. Die GOA sorge dafür, dass Abfälle nachhaltig verarbeitet würden. „Verschwinden lassen können wir sie nicht.“

Für den Landrat ist der Abfall kein Abfall mehr, sondern ein Wertstoff. Er versprach für die Müllbelastung in den Innenstädten „alternative Handlungskonzepte“ – speziell für Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen. Die GOA bezeichnete er als „Vorzeigeunternehmen in der Branche – landesweit“. Dass sie nur noch 38 Prozent ihres Umsatzes mit dem Ostalbkreis macht, zeige laut Pavel den privatwirtschaftlichen Erfolg. Er nutzte beim Kreistag die Gelegenheit und dankte den GOA-Mitarbeitern, die bei Wind und Wetter, bei Hitze und Schnee den Müll einsammeln. „Wir sind froh, dass wir sie haben.“

Wertstoffhöfe in Aalen, Gmünd und Ellwangen

Ein weiteres Thema im Kreistag waren die Wertstoffhöfe in Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen. Das große Problem liegt für Landrat Klaus Pavel in Aalen. Der Platz dort sei mit seinen 3000 Quadratmetern „viel zu klein“. Kreis und GOA fassen insgesamt fünf Baumaßnahmen ins Auge. Doch anders als Schwäbisch Gmünd, wo sogar ein zweiter Standort geplant ist, hat die Stadt Aalen dem Kreis noch keine Fläche angeboten. Die Anforderungen an ne ue Wertstoffhöfe sind in einer Konzeption formuliert, die der Kreistag am 24. Juli beschließen soll. Dazu zählen getrennte Zufahrten für Kunden und Lkw sowie Abwurframpen. Außerdem auf der Liste sind Oberkochen, Ellwangen und ein Neubau in Iggingen-Brainkofen.

sp

© Gmünder Anzeiger 10.07.2018 15:42
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