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Arbeitslosigkeit in der Region weiter zurückgegangen
  • Die Zahlen sind so gut wie schon seit 28 Jahren nicht mehr. Foto: Agentur für Arbeit

Quote liegt in Ostwürttemberg bei 2,8 Prozent - Ellwanger Raum: 1,7 Prozent - Schwäbisch Gmünder Raum: 3,1 Prozent - Aalener Raum: 2,4 Prozent - Heidenheim: 3,4 Prozent

Ostalbkreis. „Im aktuellen Berichtsmonat verzeichneten wir die niedrigste Zahl an Arbeitslosen in Ostwürttemberg in einem November seit nunmehr 28 Jahren“, sagt Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Aalener Arbeitsagentur. Der Rückgang belief sich auf 184 Personen, oder 1,7 Prozent im Vergleich zum Oktober. „Blicken wir auf den November des vergangenen Jahres, so beläuft sich der Rückgang an Arbeitslosen sogar auf 8,0 Prozent und damit wesentlich stärker als im Durchschnitt Baden-Württembergs.“

Einbruch Wintermonate

Man müsse je nach Witterung damit rechnen, „dass wir den derzeitigen Schwung nicht vollständig über die Wintermonate retten können, aber wir blicken mit Zuversicht in Richtung Jahresabschluss“. Für das Jahr 2019 gehe er aufgrund der gut gefüllten Auftragsbücher der Betriebe in Ostwürttemberg sowie des nach wie vor hohen Konsumverhaltens, von einer weiteren positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt aus. „Jedoch werden wir die Rekordzahlen des Jahres 2018 bei der Steigerung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und beim Abbau der Arbeitslosigkeit nicht mehr erreichen. Insbesondere die Handelsbeschränkungen, sowie der bevorstehende Brexit wirken sich hier dämpfend aus“.

Quote von 2,8 Prozent

Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes präsentierte sich im November ein weiteres Mal von ihrer positiven Seite. Im Berichtsmonat konnten sich allein 754 Personen in Arbeit abmelden. Das sind 4,6 Prozent mehr als noch im November 2017.

Die Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg sank erneut um 0,1 und liegt jetzt bei 2,8 Prozent. Baden-Württemberg insgesamt konnte keinen Rückgang bei der Arbeitslosenquote verzeichnen. „Hier blieb die Quote bei 3,0 Prozent“, so Elmar Zillert. „Besonders erfreulich ist im November, dass alle Personengruppen von der positiven Lage profitieren konnten.“

Die Personengruppe der Älteren ab 50 Jahre verzeichnete mit 1,9 Prozent den prozentual schwächsten Rückgang. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen macht nach wie vor mit 39,8 Prozent den stärksten Anteil aus. Betrachtet man die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für ältere Arbeitslose, dann haben sich diese in den vergangenen 5 Jahren zwar verbessert, liegen jedoch hinter denen der anderen Personengruppen. „Wir sehen hier noch viel Luft nach oben und ich stehe nach wie vor zu meiner Aussage, dass es uns gemeinsam gelingen muss, dieses wertvolle Potenzial insbesondere vor dem Hintergrund des sich immer stärker ausweitenden Fachkräftemangels und den Herausforderungen der demographischen Entwicklung noch besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Zillert zur Situation.

Heidenheim noch größere Rückgänge

Im regionalen Vergleich war auch in diesem Berichtsmonat der Landkreis Heidenheim besser in der Entwicklung als der Ostalbkreis, was den Rückgang an Arbeitslosen anging. So reduzierte sich die Zahl der arbeitslos Gemeldeten um 100 auf 2.451 Personen. Dies entspricht einem Minus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vorjahresvergleich ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 15,7 Prozent zu verzeichnen. Im Ostalbkreis gesamt sank die Zahl der Arbeitslosen um 84 auf 4.544 Personen. Dies bedeutet einen Rückgang zum Vormonat von 1,8 Prozent. Betrachten wir den Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich, so fällt dieser mit 3,2 Prozent niedriger aus als in Heidenheim.

Die Arbeitslosigkeit hat in Ostwürttemberg sowohl in den Jobcentern als auch in der Arbeitsagentur abgenommen.

Erneut sank die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (diese Kunden werden durch die Arbeitsagentur betreut) gegenüber dem Vormonat im Agenturbezirk um 2,6 Prozent auf 3.538 Personen.

Im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV, das sind Kunden die durch die Jobcenter betreut werden) waren in Ostwürttemberg 3.457 Personen arbeitslos gemeldet. Ihre Zahl lag um 119 niedriger als im Vormonat.

Problem „Missmatch“

Im aktuellen Berichtsmonat kamen zu den 3.658 Stellenangeboten 1.195 neue hinzu, sodass der Agentur für Arbeit Aalen insgesamt 4.853 Stellen zur Besetzung zur Verfügung standen. „Was uns bei der Vermittlung offener Stellen zunehmend Sorge bereitet ist das immer größer werdende Missmatch.“ Das heißt ganz konkret: Die Anforderungen der gemeldeten offenen Stellen passen immer weniger zu den vorhandenen Qualifikationen der Kunden. „Während wir Helferstellen schnell wiederbesetzt bekommen, bleiben Angebote für Fachkräfte immer länger offen“ - und das seien immerhin fast 80 Prozent aller Stellen bei der Arbeitsagentur. Zillert: „Diese Schere bekommen wir nur durch verstärkte Qualifizierung der Arbeitnehmer wieder näher zusammen.“

Das Thema Qualifizierung stehe nach wie vor im Fokus und wird auch in 2019 eines der wichtigsten Aufgabenfelder der Arbeitsagentur sein. „Gemeinsam mit den Betrieben der Region und allen beteiligten Akteuren am Arbeitsmarkt wird es unsere Aufgabe sein, betroffene Arbeitslose, aber auch Beschäftigte fit für die Arbeitswelt der Zukunft zu machen“, so Elmar Zillert.

gt/sp

© Gmünder Anzeiger 05.12.2018 16:44
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