Eis und Schnee sind da!

Im letzten Jahr wurden rund 9000 Tonnen auf Kreisstraßen verteilt
  • Das Salz kam am Wochenende ordentlich zum Einsatz. Foto: opo

Nachdem sich der Winter in den letzten Monaten eher rar gemacht hat, kommt zum neuen Jahr auch eine Kältewelle in die Region. Doch der Ostalbkreis ist für den Wintereinbruch gewappnet.


Ostalbkreis.
Mit weißen Weihnachten wurden die meisten Menschen im Ostalbkreis nicht beschenkt. Aber der von Vielen ersehnte Winter hat nun auch die Straßen und Verkehrswege der Region getroffen.

Bei den Schneefällen am Wochenende kam es zu einigen Unfällen. Die Polizei bilanziert für den Zeitraum am Samstag zwischen 0 und 14 Uhr im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Aalen zwar 26 Verkehrsunfälle durch den Wintereinbruch, aber schwer verletzt wurde dabei niemand. „Bei den witterungsbedingten Verkehrsunfällen wurden insgesamt nur drei Personen leicht verletzt“, heißt es. Im Ostalbkreis waren es über zehn Unfälle in diesem Zeitraum.

Schnell kann es gehen

Das vergangene Wochenende hat es deutlich gezeigt: Schnell kann es gehen und die Straßen sind vom Wetter gezeichnet. Damit der Verkehr nicht durch Schnee und Glätte zum Erliegen kommt, muss kontinuierlich geräumt und gestreut werden. Auf diesen Winterdienst haben sich die Straßenmeistereien des Kreises vorbereitet.

Der Ablauf besteht aus Kontrollfahrten, vorbeugender Streuung sowie Räum- und Streueinsätzen. Laut Landratsamt Ostalb sind die meisten Fahrzeuge bereits umgerüstet worden und die Salzlager gefüllt. Bei Bedarf können weitere Geräte kurzfristig an Lkw montiert werden. Genutzt werden sogenannte Schnellwechselsysteme, die bei kurzfristigem Bedarf im Handumdrehen angebracht werden können. Sechs Zahlen, Daten und Fakten zum Winterdienst im Ostalbkreis:

4 Straßenmeistereien gibt es im Ostalbkreis: Aalen, Bopfingen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd.

1040 Kilometer lang ist das Bundes-, Landes- und Kreisstraßennetz, das die vier Straßenmeistereien im Ostalbkreis abdecken. Davon entfallen 281 Kilometer auf die Straßenmeisterei Aalen, 215 Kilometer auf Bopfingen, 276 Kilometer auf Ellwangen und 268 Kilometer entfallen auf die Straßenmeisterei in Schwäbisch Gmünd.

39 Winterdienstfahrzeuge stehen den Räumungsdiensten zur Verfügung. Dabei handelt es sich um 17 kreiseigene Fahrzeuge und weitere 22 Lastwagen, die von im Ostalbkreis ansässigen Bau- und Fuhrunternehmen angemietet werden, wie das Landratsamt mitteilt. Der Landkreis stattet die Fahrzeuge mit Schneepflügen und Streuautomaten, den sogenannte Feuchtsalzstreuern, aus.

11 Salzlager hat der Straßenbetriebsdienst insgesamt im Ostalbkreis. Dabei beträgt die Trockensalzlagerung insgesamt 8000 Tonnen. Zusätzlich stehen 328.000 Liter Sole zur Verfügung. Das Salzlager wird vorsorglich nach und während des Winters immer wieder aufgefüllt, es soll nie leer werden.

5-20 Gramm pro Quadratmeter Streumenge werden je nach Witterung ausgebracht. Um die Umwelt zu schonen, sind die Fahrzeuge mit Geräten mit moderner Dosiertechnik ausgestattet.

9066 Tonnen Salz wurden im vergangenen Winter auf den Straßen der Ostalb gestreut – fast ein Drittel mehr als in den zwei Wintern davor. Da wurden jeweils rund 6400 (im Winter 2016/2017) und etwa 6600 Tonnen Salz (im Winter 2015/2016) auf den Ostalbstraßen gestreut.

Autofahrer selbst gefragt

Um gerade bei diesem Wetter auch eine freie Fahrt zu haben, braucht es nicht nur freie Straßen. Auch das Auto muss entsprechend freigeräumt sein. Die Fachleute der Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH (GTÜ) betonen dazu: „Befreien Sie vor Fahrtantritt unbedingt die Scheiben ganz von Schnee, Eis oder Reif, denn ein nur kleines Guckloch ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko durch eine stark eingeschränkte Sicht.“ Eine gute Sicht ist unverzichtbar: „Wichtig für den klaren Durchblick sind saubere Scheiben und intakte Wischer. Die im Winter häufige Benutzung des Gebläses verschmutzt die Frontscheibe von innen und bildet einen Belag, der für Lichtbrechungen sorgt. Deshalb sollte sie in der kalten Jahreszeit häufiger gereinigt werden.“

Erheblich längerer Bremsweg

Aber auch beim Fahren geben Experten der GTÜ klare Verhaltensregeln vor, da sich auf zugeschneiten oder vereisten Straßen der Bremsweg doch erheblich verlängert: „Aus diesem Grund verdreifachen Sie den Abstand zum Vordermann, denn auch beste Winterreifen und ABS sind kein Garant für einen sofortigen Stopp.“ Vor allem an Ampeln, Kreuzungen und Brücken bestehe oft die Gefahr von besonders starke Glätte. Daher sei es eben im Winter auch wichtig etwas mehr Zeit für die anstehenden Wege einzuplanen als bei einer freien Fahrbahn. Auch mit Staus und Verspätungen muss dann immer gerechnet werden. sp/tw

© Gmünder Anzeiger 08.01.2019 15:50
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