Neues Busnetz: Aalen macht Anfang

Wie sich der Nahverkehr in den nächsten Jahren ändert
  • 2020 beginnen die Ausschreibungen in Aalen. Archivfoto: Oliver Giers

Der Landkreis will 2020 das Aalener Stadtbusnetz ausschreiben. In Gmünd geht es damit 2023 los. Bis 2027 sollen die Strecken im ganzen Kreis ausgeschrieben sein. Auf Antrag der CDU informiert daher die Kreisverwaltung über die weiteren Verfahrensschritte.


Ostalbkreis.
Der Ostalbkreis wird seinen 2014 beschlossenen Nahverkehrsplan fortschreiben. In einer Klausur im Herbst soll der Kreistag die Standards für den künftigen Busverkehr festlegen – etwa Fahrpläne und Mindestbedienung von Haltestellen. Tarifvorgaben werden ebenso formuliert wie Arbeitsbedingungen und Anforderungen an die Fahrzeugflotte, wie etwa Barrierefreiheit und WLAN.

Hintergrund: Der Busverkehr auf der Ostalb soll in mehreren Linienbündeln neu ausgeschrieben werden. In Heidenheim wurden insgesamt vier Linienbündel zusammengefasst. Die HGV nutzte ein Vorstadium der EU-Ausschreibung – die sogenannte Vorabbekanntmachung. Dabei wird ein Bieter gesucht, der die Linien auf eigene Rechnung betreibt.

Eigenwirtschaftlich heißt, dass sich das Busunternehmen durch Fahrgeldeinnahmen, Erträge aus gesetzlichen Ausgleichsleistungen zum Beispiel für Schwerbehinderten-Freifahrten und sonstige Erträge etwa Werbung an den Bussen finanziert. Zuschüsse gewährt die öffentliche Hand nur noch auf den Schüler- und Ausbildungsverkehr, wie Thomas Wagenblast, Verkehrsdezernent des Ostalbkreises erläutert.

Der Ostalbkreis plant dasselbe Verfahren. Die Vorabbekanntmachung soll am 1. Mai 2020 veröffentlicht werden. Das ist zugleich der „Point of no Return“ – also der Zeitpunkt, an dem es keine Umkehr vom eingeschlagenen Weg gibt. Nach Veröffentlichung der Vorabbekanntmachung haben die Unternehmen drei Monate Zeit, einen eigenwirtschaftlichen Antrag zu stellen. Das Landratsamt hat seinerseits drei Monate Zeit, die Anträge zu prüfen. Die Fristen können um je drei Monate verlängert werden. Gehen keine genehmigungsfähigen Anträge ein, wird ab 1. Mai 2021 das Verfahren zur Vergabe eines gemeinwirtschaftlichen Auftrags eingeleitet. In anderen Worten: Der EU-weite Wettbewerb beginnt erst richtig.

Am Ende wird ein sogenannter öffentlicher Dienstleitungsauftrag erteilt. Damit ist laut Wagenblast das vertragliche Verhältnis zwischen dem Besteller und dem Ersteller gemeint. Bedeutet: Der Landkreis macht genaue Vorgaben, was das Busunternehmen zu leisten hat. Andererseits wird geregelt, welche Ausgleichsleistung das Unternehmen im Gegenzug bekommt.

Bei der Ausschreibung geht es dem Landkreis nicht nur darum Geld zu sparen, sondern er will auch das Angebot verbessern. Auch qualitative Anforderungen sollten festgelegt werden. Die Vertragslaufzeit für den ausgeschriebenen Busverkehr beträgt in der Regel übrigens zehn Jahre.

Aalener Stadtverkehr beginnt am 1. Mai 2020

Der Aalener Stadtverkehr ist als erstes dran – der 1. Mai 2020 ist der Stichtag. Dann soll die Ausschreibung vorab bekannt gemacht werden. Heißt: Bis August 2020 können sich Unternehmen für das Aalener Stadtbusnetz bewerben – und zwar eigenwirtschaftlich. Findet sich kein Unternehmen, das auf eigene Kosten arbeiten will, schließt sich ein Wettbewerbsverfahren an, an dessen Ende ein gemeinwirtschaftlicher Auftrag erteilt wird.

Ob in Aalen dann noch wie seit 1931 die Busse des Familienunternehmens OVA fahren, oder ob ein Wettbewerber zum Zug gekommen ist, soll spätestens im Mai 2022 feststehen.

Landrat Klaus Pavel stellte klar: „Die Ausschreibung gibt’s überall.“ Nur eben noch nicht auf der Ostalb.

Ellwangen Ost: Das Verfahren soll 2021 beginnen. Betroffen ist das östliche Ellwangen sowie der Virngrund zwischen Rainau, Wört und Unterschneidheim.

Ellwangen West: Das Netz für Jagstzell, Rosenberg, Adelmannsfelden, Neuler, Hüttlingen und für Teile von Rainau soll ab 2025 vergeben werden.

Härtsfeld: Das Linienbündel reicht von Oberkochen bis Neresheim und schließt das vordere Härtsfeld mit den Aalener Teilorten Ebnat und Waldhausen sowie Teile Bopfingens und Lauchheims ein. Die Ausschreibung soll 2027 beginnen.

Kapfenburg-Bopfingen: Der Wettbewerb für das Bündel zwischen Westhausen und Riesbürg mit Kirchheim und Teilen Unterschneidheims folgt ab 2022.

Schwäbisch Gmünd Stadt: Start ist 2023. Zum Gmünder Stadtnetz zählen auch Waldstetten, Bargau und Heubach.

Schwäbisch Gmünd Nordost: Das Gebiet umfasst den gesamten Rosenstein und das Leintal bis Eschach. Der Wettbewerb beginnt im Jahr 2024

Schwäbisch Gmünd Nord: Dabei geht’s um die Buslinien Mutlangen, Täferrot und Spraitbach bis Gschwend. Der Landkreis will 2026 ins Verfahren starten. sp/gt

© Gmünder Anzeiger 12.02.2019 15:55
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