Smarte Tonne hält Stadt sauber

Mülleimer im Ostalbkreis werden immer cleverer
  • Treten, öffnen und Müll einwerfen – den Rest übernimmt die Tonne. Foto: sp

Der Kampf gegen den Müll verlangt immer mehr Einsatz. Der Ostalbkreis geht mit der Kampagne „Saubere Ostalb“ und Müllkümmerern gegen das Abfallproblem vor. In Aalen hat man im Kampf gegen überfüllte Mülleimer eine „smarte“ Lösung gefunden. Aber nicht alle Städte der Region planen in die digitale Richtung.


Ostalb.
Wilder Müll ist ein Problem, das man im Ostalbkreis in Zukunft mit der Kampagne Saubere Ostalb, beruflichen Müllkümmerern und ehrenamtlichen Müllpaten gemeinsam angehen will, wie wir schon berichteten. Die Kampagne ist nun auch gestartet. Doch auch in den einzelnen Städten muss man sich dem Kampf gegen die oft mit Hausmüll vollgestopften Abfallbehältern stellen. Immer wieder sieht man überfüllte Mülleimer in den Innenstädten oder entlang von Fußgängerwegen.

Aus diesem Grund wurden in Aalen die ersten „smarten“ Mülleimern pilotweise aufgestellt. Smart – zu Deutsch schlau – heißen sie deshalb, da sie selbst den Müll ab einer bestimmten Füllmenge pressen. Ein digitales Signal übermittelt dann den Füllstand. Das verhindert, dass der Mülleimer zu spät geleert wird und spart dem Bauhof unnötige Fahrten, wenn er noch nicht voll ist. Am Aalener ZOB wurde die erste dieser modernen Mülltonnen vor ein paar Wochen aufgestellt. Rund 5400 Euro kostet das Modell, das seinen Wochenbedarf an Energie mit lediglich einer Sonnenstunde über eine Solarzelle decken kann.
Georg Fürst, Betriebsleiter des Bauhofs, erläutert die Zeitersparnis in der ersten Woche der Aufstellung: „Normalerweise leeren wir den Behälter hier täglich, der smarte Mülleimer ist heute den sechsten Tag im Einsatz und erst zu 76 Prozent gefüllt.“ „Durch den Mülleimer soll zum einen die Stadt sauberer gehalten werden, zum anderen erleichtert er auch die Arbeit der Männer und Frauen vom Bauhof“, sagt Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Weitere sollen folgen: Auch in der Wilhelmstraße in Wasseralfingen steht bereits einer der smarten Mülleimer.

Doch gibt es diese Mülleimer auch in anderen Städten in der Region?

Heidenheim: „In Heidenheim gibt es bereits seit einem Jahr diese smarten Mülleimer“, sagt Pressesprecher Wolfgang Heinecker. Laut ihm gibt es bereits sechs bis sieben solcher Mülleimer, vor allem in den Fußgängerzonen. An Wanderwegen und Straßen gibt es sie nicht. „Wir stellen die Mülleimer nur dort auf, wo auch viele Menschen sind“, so Heinecker.

Neben den „smarten“ Mülleimern, spricht Heinecker von den Unterflurbehältern. Das sind Glascontainer, die bis unter die Erde gehen und somit genügend Platz bieten, um Flaschen zu lagern. Das soll verhindern, dass die Flaschen neben den Containern abgestellt werden. Betrieben werden die Mülleimer sowie die Unterflurbehälter mit Solarstrom. Die Solarplatten auf dem Mülleimer sorgen dafür, dass der Müll gepresst wird, sobald dieser voll ist. „In den nächsten Jahren sollen noch weitere Aktionen für die Säuberung der Fußgängerwege in Heidenheim folgen“, versichert Heinecker.

Schwäbisch Gmünd: Auch der Pressesprecher Markus Herrmann von der Stadt Schwäbisch Gmünd spricht von den Unterflurbehältern. Laut Herrmann hatte die Stadt Schwäbisch Gmünd diese Unterflurbehälter als eine der ersten im Ostalbkreis, allerdings nicht digitalisiert. Zum Thema smarte Mülleimern sagt Herrmann, dass es in Gmünd derzeit keine gebe und dies auch in Zukunft so bleiben werde. „Wir setzen auf die natürliche Intelligenz statt auf die künstliche Intelligenz“, sagt Herrmann. Er ergänzt, dass smarte Mülleimer zwar ein Signal geben, wenn sie voll sind, nicht aber, wenn jemand den Müll neben dem Mülleimer abstellt. GOA-Mitarbeiter, die die Mülleimer leeren, würden das dagegen sehr wohl erkennen.

Ellwangen: Anselm Grupp, Pressesprecher der Stadt Ellwangen, sieht dies ganz anders. Dieser Mülleimer sei „sehr“ teuer und werde „in nächster Zeit kein Thema sein“, so Grupp. Besonders kritisch spricht er von dem Müll, der darin entsorgt wird. „Von Essensresten über volle Windeln wird alles dort entsorgt und dafür wäre der Aufwand einfach zu hoch.“ Die Unterflurbehälter dagegen seien bereits im Gespräch, dazu sei jedoch noch keine Entscheidung gefallen.

Müllpaten gesucht: Landrat Klaus Pavel weiß, dass es im Landkreis viele ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gibt. Deshalb wird auch bei der Kampagne „Saubere Ostalb“ auf die Unterstützung der ehrenamtliche Mitarbeiter gesetzt. Es gibt bereits 13 solche Helfer, allerdings wäre „es schön, wenn in jedem Ortsteil ein sogenannter ‘Müllpate’ wäre“, sagt Pavel. Interessierte können sich beim Landratsamt melden. sp/tw

© Gmünder Anzeiger 10.01.2020 15:40
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