Pavel als Landrat verabschiedet

Lob und Dank für 24 erfolgreiche Jahre
  • Klaus Pavel blickte auf seine Amtszeit zurück und bedankte sich bei allen Weggefährten. Foto: bw

Klaus Pavel wurde in Aalens Stadthalle aus seinem Amt als Landrat verabschiedet. Innenminister Thomas Strobl und Regierungspräsident Wolfgang Reimer sind die prominentesten Laudatoren.


Aalen.
Kaum zu glauben, wie viel Lob ein Mensch doch aushält. Landrat Klaus Pavel weiß nun ein Lied davon zu singen. Bei seiner Verabschiedung in Aalens Stadthalle am vergangenen Mittwochabend prasselten Dank und Anerkennung nur so auf ihn ein. 24 Jahre hat er den Landkreis mit Fleiß, Ideenreichtum und Tatkraft gestaltet. Dafür zollten ihm Weggefährten gerne Respekt.

Uschi Barth hatte vor 24 Jahren ein glückliches Händchen gehabt, als sie den Namen Klaus Pavel aus der Lostrommel zog und so die Landratswahl entschied. Auf Anfrage Lottoscheine ausfüllen, will sie aber nicht. „Einen Teddy, mehr habe ich im Leben nicht gewonnen“, lacht sie. Pavel dagegen hat das Losdöschen noch immer. All die Jahre stand es auf seinem Schreibtisch. „Es hat mir Glück gebracht“, sagt er.

17.15 Uhr ist es, als die Gratulationscour startet. Etwa 200 geladene Gäste sind dabei. „Ohne Corona hätte ich gerne Hunderte heute hier gehabt“, sagt Klaus Pavel später. Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Behörden, Bildung, der Kirchen und Organisationen durften dabei sein.

Zum Auftakt gibt’s Musik von Tiramisu, dem Chor der Klosterbergschule Gmünd. „Heut ist dein Tag“ singt der Chor und überreicht danach eine Tüte voller Papierflieger mit besten Wünschen drauf für den Landrat. Dass Tiramisu singt, war Pavel wichtig: „Jeder hat ein Handicap, auch ich. Ich trage zwei Hörgeräte. Hier sehen wir, was wachsen kann, wenn man gemeinsam anpackt“, freut er sich.

Ein Brückenbauer mit Herz

Dr. Carola Merk-Rudolph, die stellvertretende Vorsitzende des Kreistages, hält die Eröffnungsansprache. Ein Glücksfall für die Ostalb sei Klaus Pavel gewesen, sagt sie. Das Bundesverdienstkreuz, das Ministerpräsident Winfried Kretschmann ihm jüngst ans Revers geheftet hat, sei mehr als verdient. Das Amt des Landrates habe Pavel „geliebt und gelebt“, er habe viel Lebenszeit für die Ostalb-Bürgerschaft gegeben. Optimistisch, engagiert, kommunikativ sei er, ein mutiger Problemlöser und Brückenbauer mit scharfem Verstand und einem großen Herzen. Und weil er niemals abgehoben sei, gab es als eines von vielen Geschenken einen Zeppelinflug für ihn und seine Frau Corinna. Sie ist erkrankt und fehlte, bat ihren Mann aber auszurichten, es gehe ihr schon besser.

Dank vom Minister

Landesinnenminister Thomas Strobl brachte Grüße des Landes und der Regierung. Landrat, das sei ein kräftezehrender, nicht immer einfacher Job. Pavel habe ihn souverän gemeistert, mit unbändigem Fleiß, haufenweise pfiffigen Ideen, stets freundlich und immer mit einem Lächeln. „Das nötigt mir Respekt ab“, sagte der Minister. Strobl ließ Pavels Berufsvita Revue passieren, ging auf seine Erfolge ein. „Sie waren Landrat aus und mit Überzeugung“, sagte er. Besonders betonte er Pavels Rolle bei der Einrichtung der LEA. „Hingestanden“ sei Pavel, trotz Anfeindungen. „Ich konnte mich auf Ihr Wort immer verlassen, auch wenn es mal schwieriger wurde“, dankte er ihm. Pavels neue Aufgabe in der Härtefallkommission sei aufwendig, doch er sei der richtige Mann, meint Strobl. Er freue sich darauf, sagte Pavel später und lachte: „Ich habe schon einen Generalschlüssel fürs Ministerium.“

Regierungspräsident Wolfgang Reimer nannte Pavel einen der fähigsten Landräte im Regierungsbezirk. Pavel habe stets Führungsstärke bewiesen, er habe clevere Ideen umgesetzt und so viele Zuschüsse auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene in den Kreis gelotst. Vor allem beim Straßenbau habe kein Landrat das RP so gefordert, wie er, lachte Reimer. Mit der Zeit als Bürgermeister in Bad Boll bringe Pavel es auf rund 50 Jahre im Öffentlichen Dienst. „Das schafft kaum eine Führungskraft“, gratulierte Reimer und überreichte die Landesurkunde.

Im Dialog mit den Kirchen

Für die Geistlichkeit sprach der katholische Dekan Robert Kloker ein Grußwort. Er dankte Pavel für „den kontinuierlichen Dialog auf Augenhöhe“, dafür, dass Pavel den Kontakt mit der Kirche stets gepflegt, den Austausch gesucht habe. Im Bereich Soziales habe Pavel oft Rat bei den Kirchen gesucht und gemeinsam seien Dinge umgesetzt worden, wie das Regionale Bündnis für Arbeit oder die Wohnraumoffensive. Am Ende sprach Kloker einen Segen.

Starke kommunale Familie

Für die Kommunen dankte Durlangens Bürgermeister Dieter Gerstlauer. Den Ostalbkreis mit all seinen unterschiedlichen Akteuren und Interessen, mit all seinen Kommunen und Städten zusammenzuhalten, auszubalancieren und auf Kurs zu bringen, das sei eine Herausforderung, die Pavel glänzend gemeistert habe. „Sie waren stets ein Fürsprecher der Städte und Kommunen auf Landes-, Bundes und EU-Ebene, vielen Dank dafür.“

Am Ende bedankte sich Pavel bei allen, die ihn in den vergangenen 24 Jahren unterstützt, die mit ihm gearbeitet haben, ganz besonders seinem engen Team im Landratsamt – sieben Damen, diesen mit Blumen. „Es war eine wunderbare Zeit. Mein Dank gilt den Bürgern der Ostalb. Ich habe täglich die Unterstützung gespürt“, sagte er. Seinem Nachfolger Dr. Joachim Bläse wünschte er „Glück auf“.

Die Besucher erhoben sich und nach handgestoppten zweieinhalb Minuten lang andauerndem Applaus durften schließlich die „Stumpfes“ ran.
sp/gt

© Gmünder Anzeiger 15.09.2020 15:37
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